Klimatechnik-Service für Reinräume, Rechenzentren und Produktion

Technik-Lunch mit Onur Tava

 Porträt von Onur Tava, Deputy Head of Field Service bei Weiss Technik. Er sitzt lächelnd an einem Tisch mit Laptop. Im Hintergrund ist ein Zitat zur Serviceplanung eingeblendet: „Serviceplanung bedeutet, den richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle zu haben.“

Herr Tava, macht Service Spaß? 

Absolut. Aber das ist kein Job für schwache Nerven. Denn egal ob kleine Apotheke, Pharmaproduzent oder riesiges Rechenzentrum: Wenn die Klimatechnik streikt, geht’s Schlag auf Schlag. Da hilft nur: einen kühlen Kopf bewahren, auch wenn der Ton mal etwas schärfer wird. 

Was ist Ihre zentrale Aufgabe im Service-Bereich? 

Ich halte die Fäden in der Hand: Wenn die Klimatechnik streikt, rückt mein zehnköpfiges Serviceteam aus. Was auf den ersten Blick nach reiner Organisation aussieht, ist in Wahrheit viel mehr. Es ist wichtig, die Bedürfnisse der Kunden und die Stärken des Teams genau einschätzen zu können. Das lernt man nicht über Nacht, sondern mit jedem Gespräch, jeder Erfahrung und jedem Einsatz. Heute habe ich oft schon beim ersten Anruf ein Gespür dafür, welcher Techniker den Kunden optimal unterstützen kann. Denn am Ende geht es genau darum: die richtigen Matches zu finden und die richtigen Leute im richtigen Moment zusammenzubringen, damit die Technik läuft und der Kunde zufrieden ist. 

Wie unterstützen Sie Ihre Kunden, wenn die Klimatechnik streikt? 

Mal mit einem schnellen Tipp am Telefon, mal aus der Ferne über unser Vindur Cockpit und oftmals mit einem Techniker direkt vor Ort. Dabei zahlt es sich aus, dass unsere Techniker nicht nur die defekte Komponente kennen, sondern die Anlage als Ganzes verstehen. Ich koordiniere die Einsätze, aber meine Servicetechniker sind es, die direkt beim Kunden helfen. 

Organisieren Sie nur Hilfe bei Notfällen?  

Wir sind rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres erreichbar. Der Großteil unserer Arbeit sind aber zum Glück planbare Einsätze: Inbetriebnahmen, Qualifizierungen, Requalifizierungen oder Wartungen. Wenn man den Überblick über laufende Wartungen, spezielle Kundenbedürfnisse, verfügbare Techniker und passende Zeitfenster behält, lassen sich Notfälle weitgehend vermeiden. Und sollte es dennoch mal dazu kommen, steht unser Notdienst jederzeit zur Verfügung. 

Führen Sie auch Retrofit-Maßnahmen durch? 

Ja, das machen wir auch. Dabei geht es dann meist darum, bestehende Anlagen technisch zu modernisieren, energetisch zu optimieren oder neue Funktionen zu integrieren. Das ist oft spannend – immerhin sind einige unserer Anlagen bereits seit den 1970er Jahren kontinuierlich im Einsatz und funktionieren immer noch.  

Was ist Ihr größtes Serviceprojekt?  

Zweimal im Jahr haben wir ein besonders anspruchsvolles Projekt: Die gleichzeitige Wartung und Requalifizierung von 15 Reinräumen eines großen Pharmaproduzenten. Während dieser kurzen, hochintensiven Phase steht die gesamte Produktion still. Da zählt jede Minute. Unsere Techniker geben dann alles, um die Reinräume innerhalb des engen Zeitrahmens erfolgreich zu requalifizieren. Damit das gelingt, braucht man ein erfahrenes und gut abgestimmtes Team. 

Wie organisieren Sie so ein komplexes und zeitkritisches Projekt? 

Wir bereiten diese Einsätze akribisch vor. Unsere Servicetechniker führen diverse umfangreiche Reinraummessungen wie Reinheitsklassenmessung, Erholzeitmessung, Filterintegritätstest und so weiter durch. Über 260 Räume mit über 1.200 HEPA-Filtern werden überprüft. Gleichzeitig werden die komplexen Klima- und Lüftungsanlagen der Reinräume sowie die Reinräume selbst gewartet, Bauteile kalibriert und auf Einhaltung sämtlicher Spezifikationen überprüft. Die GMP-konforme Dokumentation dieses Prozesses umfasst jedes Mal zwischen 30 und 50 Ordner und sorgt dafür, dass alle Schritte nachvollziehbar, überprüfbar und auditfähig sind.  

Wie sichern Sie den Erfolg eines solchen Projektes? 

Alles steht und fällt mit der Planung und einem perfekt eingespielten Team. Zum Glück klappt das seit rund 20 Jahren sehr gut. Während der Einsätze treffen Servicetechniker aus ganz Deutschland ein und arbeiten über mehrere Wochen eng zusammen. Für viele ist das ein besonderes Erlebnis, weil sie sonst selten so lange mit ihren Kollegen zusammenkommen. Im Team kennt jeder die Dringlichkeit und weiß, dass jeder Handgriff sitzen muss, damit das Projekt plangemäß läuft. 

Was hat der Kunde davon, so ein Mammut-Projekt durchzuführen? 

Alles läuft schnell, koordiniert und reibungslos – und unsere Servicetechniker können sofort eingreifen, wenn ein Problem auftritt. Statt zusätzliche externe Dienstleister zu rufen, ist die Lösung oft nur einen Handgriff entfernt. Das spart Zeit und Kosten und hält den Prozess am Laufen, so dass er danach wieder voll produzieren kann. 

Was bedeutet so ein Projekt für Weiss Klimatechnik und das Team?  

Es ist natürlich etwas ganz Besonderes, bei so einem einzigartigen Projekt dabei zu sein. Aber es hat noch einen weiteren Effekt: Über die Zusammenstellung der Teams fördern wir auch gezielt unseren internen Wissenstransfer. Von den erfahrenen Kräften zu den jungen und andersrum. Jeder hat etwas einzubringen, das dem anderen weiterhilft. Am Ende profitieren alle – inklusive Kunden – davon.  

Apropos junge Kräfte: Ist Ihr Service zukunftssicher aufgestellt? 

Auf jeden Fall. Wir haben in den letzten Jahren viel digitalisiert – zum Beispiel die gesamte Planung und die Anbindung zum Service-Außendienst. Dazu kommen viele weitere Projekte, die unseren Service modern und zukunftsfähig machen. 

Nutzen Sie weitere digitale oder remote Lösungen im Service? 

Ja, unser innovatives Vindur Cockpit zum Beispiel. Gerade bei Störungen in kritischen Bereichen ist schnelles Handeln entscheidend. Durch die intelligente Vernetzung unserer Systeme können wir viele Probleme frühzeitig erkennen und oft direkt aus der Ferne beheben. Das spart nicht nur Zeit, sondern macht unseren Service auch deutlich effizienter. Und wenn doch ein Einsatz vor Ort nötig ist, ist unser Team bestens vorbereitet und erhält alle relevanten Infos schon vorab digital. 

Welche innovativen Service-Tools werden sie als nächstes einführen? 

Wir befinden uns gerade mit unserem Kundenportal „MyWeiss“ auf der Zielgeraden. Dort können sich Kunden zukünftig zentral einloggen und haben alle von uns gelieferten Anlagen und Geräte auf einen Blick – von technischen Spezifikationen über Wartungsinformationen bis hin zur Anbindung an unser Ticketsystem. Das macht unseren Service transparenter, schneller und effizienter. Nach der Einführung Ende des Jahres prüfen wir natürlich kontinuierlich, welche Funktionen wir noch integrieren können. Dank KI eröffnen sich gerade viele spannende Möglichkeiten. 

 

Vielen Dank, Onur Tava, für das Gespräch und guten Appetit.  



Informationshappen Onur Tava

Onur Tava ist 38 Jahre alt und ein Weiss Technik Eigengewächs. Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann wechselte er 2014 in den Service der Weiss Klimatechnik. Als Teamleiter und stellvertretender Bereichsleiter Service Außendienst hat er heute eine Doppelrolle inne. Wenn er sich gerade mal nicht um seine Kunden kümmert, entspannt er gerne bei einem Spaziergang oder einem guten Film. Seine Lieblingsdarsteller sind aber immer seine Frau und seine zwei kleinen Kinder.